Hashimoto Thyreoiditis

 

„Thyreoiditis“ bedeutet Entzündung der Schilddrüse. 

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die nach ihrem Erstbeschreiber Dr. Hakaru Hashimoto benannt wurde. 

Autoimmun bedeutet, dass die Ursache dieser Erkrankung in einer überschießenden Reaktion des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebes liegt. Im Falle der Hashimoto Thyreoiditis wird das Schilddrüsengewebe von der körpereigenen Abwehr angegriffen und zerstört. 

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine Erkrankung des Immunsystems mit Auswirkung auf die Schilddrüse.

Die Schilddrüse ist eine menschliche Hormondrüse und hat die Form eines Schmetterlings. Die von der Schilddrüse gebildeten Hormone Trijodthyronin ( T3 ) und Thyroxin ( T4 ) sind von großer Bedeutung für das Funktionieren des Organismus. 

Durch die Zerstörung des Schilddrüsengewebes kann der Körper den nötigen Hormonspiegel nicht mehr aufrechterhalten. Zu Beginn der Erkrankung stehen bei einigen Patienten Symptome der Überfunktion im Vordergrund. Letztendlich rutschen alle Patienten immer mehr in die Schilddrüsenunterfunktion. 

Mögliche Beschwerden bei Schilddrüsenunterfunktion:

(Dies ist eine Aufzählung aller möglichen Beschwerden. Nicht alle Punkte müssen auf den einzelnen Patienten zutreffen. Die Symptome sind individuell immer unterschiedlich.)

  • Müdigkeit, allgemeine körperliche Erschöpfung, fehlende Belastbarkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Gedächtnisschwäche, Wortfindungsstörungen
  • Schwindel und Wahrnehmungsstörungen (Gefühl wie „Watte im Kopf“)
  • hoher Blutdruck mit Puls unter 70
  • Herzstolpern, Herzrasen
  • Depressive Stimmung, Angst- und Panikattacken, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit,
  • Schlafstörungen (schwieriges Einschlafen, schlechte Schlafqualität, ständiges Aufwachen, unerholsamer Schlaf)
  • Kloßgefühl im Hals, Räuspern, belegte Stimme
  • trockene, struppige, stumpfe, und glanzlose Haare
  • Haarausfall, brüchige Fingernägel
  • trockene und rissige Haut, teilweise verbunden mit Juckreiz
  • Verstopfung, Blähungen
  • leichtes Frieren, niedrige Körpertemperatur
  • Gewichtszunahme, trotz normaler Ernährung und Bewegung / selten ausgeprägte Gewichtsabnahme
  • Zyklusstörung bei der Frau, unerfüllter Kinderwunsch, Neigung zu Fehlgeburten in der Unterfunktion
  • Abnahme des sexuellen Verlangens
  • nächtliches Kribbeln und Einschlafen von Händen und Unterarmen (Karpaltunnelsyndrom)
  • nachlassendes Hörvermögen
  • Wassereinlagerungen besonders an den Augenlidern und im Gesicht
  • Wesensveränderungen
  • Ohrgeräusche
  • nächtliches Schwitzen
  • Pigmentflecken im Gesicht, vermehrtes Auftreten von dunklen Flecken am Körper
  • Nackenverspannung, Nackenschmerzen
  • Muskelschwäche, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Lidrandentzündung, Lidödem, trockene Augen
  • geschwollene Nasenschleimhaut

Ist zu viel Schilddrüsengewebe zerstört, ist die Krankheit therapierbar, aber nicht heilbar. Hier liegt die Herausforderung des behandelnden Arztes. Ziel muss sein, eine Schilddrüsenhormonsubstitution zu erreichen, die der früheren natürlichen Hormonausschüttung möglichst nahe kommt. Gelingt dies, ist ein fast normales Leben mit der gleichen Lebensqualität eines Gesunden erreichbar. Eine lebenslange tägliche Tabletteneinnahme der Schilddrüsenhormone ist jedoch nötig. Die nötige Dosis muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden. 

Da die Bandbreite der Normwerte der Schilddrüsenhormonpegel fT3 und fT4 jedoch groß ist, muss der behandelnde Arzt nicht nur die Blutwerte zu einer Tabletteneinstellung heranziehen, sondern das Wohlbefinden des Patienten zum Ziel setzen. 

Durch neue wissenschaftliche Studien bekommt man als behandelnder Arzt immer mehr Erkenntnisse, wie man Betroffenen noch besser helfen kann. Veraltete Behandlungsansätze müssen oftmals überdacht werden. 

Hinweis für meine Hashimoto Patienten:

Wenn Sie zur Blutentnahme zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte einbestellt sind, nehmen Sie bitte Ihre Schilddrüsenmedikamente morgens n i c h t ein. 

Andernfalls sind die gemessenen Werte nicht aussagekräftig. Sollten Sie die Tabletten versehentlich eingenommen haben, vereinbaren Sie bitte einen neuen Blutentnahmetermin. 

Die fehlende Tabletteneinnahme kann problemlos nach der Blutentnahme nachgeholt werden. Dazu müssen Sie lediglich 2 Stunden nüchtern bleiben und dann können Sie Ihre L-Thyroxin Dosis wie gewohnt, nur etwas später, einnehmen. 

Generell nicht vergessen: Nach der Tabletteneinnahme von L-Thyroxin immer mind. 30 Minuten nüchtern bleiben. Lediglich Wasser trinken ist erlaubt.